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Die 10a bearbeitet "Andorra"

Die Klasse 10a beschäftigte sich im Deutschunterricht mit dem Lehrstück „Andorra“ von Max Frisch.

Am Beispiel des vermeintlichen Juden Andri wird hier parabolisch die Macht von Vorurteilen, Stereotypen und die Frage nach Schuld und der Rolle von Mitläufern thematisiert. Im Zentrum steht auch die Frage nach der eigenen Identität und wie sehr diese von Selbst- und Fremdbildern abhängt.

Die 10a schrieb nicht nur eine Klausur zu „Andorra“, es entstanden im Rahmen des Projektes auch einige kreative Produkte, die gut widerspiegeln, warum „Andorra“ ein zeitloses Stück ist, das auch 2025 noch von großer Aktualität und Bedeutung ist.

Jano, Patrik und Štěpán zeigen in ihrem Video die Absurdität und Groteske der Tischlerszene in „Andorra“, welche die Konsequenzen, die Andris angebliche jüdische Herkunft auf seine Stellung im gesellschaftlichen Bereich hat, demonstriert und zeigt, wie seine Karriere davon nicht nur gestört, sondern sogar unmöglich gemacht wird.  

  • CMu

 

Einige der Arbeiten der Schülerinnen und Schüler:

Monolog von Tiana Siers

Die Senora hat das Haus des Lehrers verlassen und geht jetzt alleine durch die Straßen, noch bevor Andri kommt.  

Ich kann es nicht fassen, wie Can aus meinem einzigen Sohn ein Judenkind machen konnte, dass er rettete. Er behauptete ich sei feig! Wahnsinn! Er konnte vielleicht das Leben meines Sohnes ersparen, wenn er nicht allen diese Lüge erzählen würde. Trotz allem, was er Andri erzählte und welche Vorurteile sich die Andorraner über ihn gebildet haben, ist er so ein netter junger Mann aus ihm geworden und ich bin sehr stolz auf ihn. Es zerreißt mein Herz jedoch, dass ich er mir nicht glauben würde, wenn ich ihm die Wahrheit über seine Herkunft sagen würde. Auch wenn ich es nicht will, muss ich gehen, sonst würde ich als Verräter meines Volkes dastehen und niemand würde mir den Gefallen tun und mir meinen Tod ersparen. Auch wenn ich Andri die ganze Wahrheit erzählen würde, würde er mir nie glauben und es hätte kein Sinn! Warum nur muss ich dieses Unglück haben?! Ich will meinen Sohn retten, aber es geht nicht. Was kann nur auf dieser Welt schlimmer sein?! Jetzt muss ich nur zurück nach Hause kommen, ohne dass mich jemand von uns hier erwischt. Ach, ich muss aufpassen, da kommt jemand! 

Der Lehrer kommt zur Senora und will sie zurück zu ihrem Zimmer begleiten.                                       

 

Monolog von Fedor Kolesnikov

Warum? Warum sehen sie nur das, was sie sehen wollen?
Ich bin nicht das, was sie in mir sehen – ein „Andorraner“, der immer schuldig sein soll. Ich will weiter leben, lieben, so wie alle anderen. Barblin… Sie sieht mich an, aber auch sie schweigt, wenn die anderen ihre Worte gegen mich richten. Ich habe nichts getan, ich habe nichts verdient und doch trift jedes Blick und jedes Wort eine Last, die ich kaum tragen kann.
Bin ich Andorraner? Bin ich Jude? Bin ich überhaupt jemand?

 

Video von Jano, Patrik und Štěpán

 

Weitere Arbeiten in der Galerie