Politik oder eine Klassengemeinschaft?

Aktualisiert 04.07.2017

,,Die Politik sei wie eine Klassengemeinschaft‘‘, mit diesen Worten hat eine sehr offene und freundliche Diskussion am Samstagvormittag, den 24. Juni, in der Aula des Gymnasiums Joachima Barranda in Beroun angefangen. Zu Gast waren in der Stadt westlich von Prag der deutsche Außenminister, Sigmar Gabriel, und der tschechische Außenminister, Lubomír Zaorálek, die zusammen mit zwanzig Schülern, Lehrern und den Schulleitern, Frau Beuerle (Deutsche Schule Prag), und Herrn Lidinský (Gymnasium Joachima Barrande) diskutiert haben. Die tschechische Kleinstadt Beroun ist seit vielen Jahren die Partnerstadt von Goslar, dem Geburtsort von Sigmar Gabriel.

Wie zwei sehr gute Schulkameraden sind Sigmar Gabriel und Lubomír Zaorálek aufgetreten und wollten die deutschen und tschechischen Schüler in ihren Freundeskreis aufnehmen. Genau wie unter Kameraden konnten wir Fragen stellen, selbst noch als die offizielle Zeit schon abgelaufen war. Die Diskussion zum Thema: „aktuelle Lage in Europa“   begann mit Fragen zum Brexit, zu dem Stand der deutsch-tschechischen Beziehungen und handelte von der neuen Rolle Europas.

Europa sei nicht „Deutschland oder Frankreich“, Europa sei die Gemeinschaft der verbleibenden 27 Staaten, die „nicht nur nach innen“, sondern „auch nach außen“ gemeinsam auftreten sollten.

Nicht nur die künftigen Krisen waren ein Thema unserer Diskussion, sondern auch die vergangenen Krisen des 20. Jahrhunderts spielten eine bedeutsame Rolle. Für viele von uns war es ein außergewöhnliches Ereignis, an dem wir sehr gerne, trotz schulfreiem Samstag, teilgenommen haben. Sigmar Gabriel und Lubomír Zaorálek kamen als deutsch-tschechische Klassenkameraden und diskutierten mit uns auf Augenhöhe, genauso wie es alle aus der Klassengemeinschaft unserer deutsch-tschechischen Begegnungsschule in Prag kennen. ,,Wir sind die erste Generation, die im Frieden leben darf‘‘, appellierte Sigmar Gabriel an uns ,,die Zukunft liegt an Euch, ihr könnt sie bestimmen‘‘.

 

 Petr Waldmann, M. Beuerle

 

Foto © Außenministerium der Tschechischen Republik