Internationaler Austausch Winterberg, Alexandria, Ostjerusalem, Prag (2006-2008) Abschlussbericht zur ersten Fahrt nach Winterberg 04.-14.01.2007 Unter dem Leitbild „Interkultureller Austausch – Unterschiede leben“ fand im Januar 2007 das erste Treffen von insgesamt vier Partnerschulen in Winterberg statt. Die Gastschule, das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg, lud die Schulen aus Alexandria, Ostjerusalem und Prag zu einer Projektwoche ein, deren Thema Schule-Studium-Beruf war. Die Organisatoren haben sich das Ziel gesetzt, den Partnerschülern nicht nur das schöne Hochsauerland zu zeigen, sondern auch ihre beruflichen Chancen zu erläutern.
Entstehung und Zielsetzung Der geistige Vater des Projektes, Herr Thomas Jäger (BSB Alexandria), hat vor gut zwei Jahren die Idee gehabt, möglichst viele Schulen in einen interkulturellen Diskurs einzubinden. Bereits die erste Begegnung in Winterberg hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich über oft unscheinbare Berührungsängste hinwegzusetzen. – vor dem interkulturellen Hintergrund einer solchen Begegnung sollten die SchülerInnen aus Palästina, Ägypten, Deutschland und Tschechien ihre Studien- und Berufschancen in Deutschland erkunden und die Rolle der Frau sowohl in Deutschland als auch in der arabischen Welt vergleichen. Das meist diskutierte Thema war die Chancengleichheit von Mann und Frau.
Durchführung und Programmhöhepunkte Die Organisation des Projektes in Winterberg lag bei Herrn Klenovsky und Frau Mayweg, deren größtes Verdienst es war, dass alle Termine sowie geplante Veranstaltung durchgeführt wurden. Außerdem waren auch weitere Kollegen des GSG an einzelnen Projekttagen eingebunden. Nicht zuletzt sorgte auch der Schulleiter Herr Weber für das gute Gelingen, der mit seinem Engagement das Organisationsteam tatkräftig unterstützte. Die Deutsche Schule Prag war durch Schülerinnen aus den 10. Klassen (Julie Strnadová, Livie Stellnerová, Alžbĕta Rubriciusová, Lucie Nohavová) und einer Schülerin aus der 9b (Eliška Zaepernicková) vertreten. Außerdem waren bei der Projektvorbereitung noch weitere Schülerinnen beteiligt wie Klára Popovová (10c). Die Anreise erfolgte am 4.1.2007. Zum Auftakt besuchten die Schüler am Freitag (5.1.) das Alu-Felgenwerk in Hallenberg, wo sie sich während einer Betriebsbesichtigung mit den wichtigsten Arbeitsbereichen vertraut machten. Am Nachmittag fand in Marburg eine Stadtbesichtigung und anschließend eine Schlossführung statt. Das gegenseitige Kennenlernen kam am Samstagnachmittag. Alle Partnerschüler bereiteten gemeinsam mit ihren Gastfamilien landestypische Speisen zu, welche dann am Samstagabend zur Verköstigung angeboten wurden. Dadurch entstand eine europäisch-orientalische Menükarte mit einer unglaublichen Vielfalt. Den Sonntag verbrachten die Gastfamilien mit den Austauschschülern und nutzen den Tag für Ausflüge, bevor es am Montag in die eigene Projektarbeit ging. Am ersten Projekttag – Montag, den 8.1. – stellte sich die DSB Alexandria vor und in der zweiten Vormittagshälfte wurde den Schülerinnen das Projekt TU9 vorgestellt. Am Nachmittag war das handwerkliche Können gefragt. In Arbeitsgruppen sollten Mädchen wie Jungen für sie ungewöhnliche Tätigkeiten ausüben, d. h. während die Mädchen den Umgang mit einem Schlagbohrer lernten, übten die Jungen das Bügeln. Zum Highlight des Nachmittags zählte aber zweifellos das Bauen eines gemeinsamen Kunstwerks. Der zweite Projekttag – Dienstag, den 9.1. - wurde dem Thema „Beruf und Studienmöglichkeiten in Deutschland“ gewidmet. Zum Auftakt stellten die Schüler aus Alexandria in Form eines Vortrags die Rolle der Frau im Studium und Beruf in Ägypten vor. Dann hielt Herr Hasselhof von der Bundesagentur für Arbeit Meschede einen Vortrag zu Studienmöglichkeiten ausländischer Schülerinnen in Deutschland und am Nachmittag fand eine Lesung von Frau Greiner statt, die ihr Buch „Jefra heißt Palästina“ präsentierte. Am Mittwochvormittag (10.1.) waren die Schülerinnen zum Besuch im BIZ Meschede und am Nachmittag an der FH, wo sie sich einige Labore anschauen und extra zu diesem Zweck vorbereitete Experimente durchführen durften. Der Tag wurde dann mit einem Moscheebesuch abgerundet. Am Donnerstag (11.1.) besuchten die Schülerinnen den Rundfunksender Deutschlandfunk in Köln. Anschließend gab es eine Standrundfahrt. Der Freitag (12.1.) stand ganz und gar im Zeichen der Abschlussfeier, die im Winterberger Rathaus unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters ausgerichtet wurde. Es sei abschließend angemerkt, dass alle Projekttätigkeiten von der Presse aufmerksam verfolgt wurden. Die Begeisterung der Projektteilnehmer sowie die Gastfreundschaft der Organisatoren stellten ein gutes Fundament für die Fortsetzung dieses Projektes in Alexandria (27.3.-5.4.2007) dar. An dieser Stelle möchte ich als Leiter der Prager Gruppe den Organisatoren herzlichen Dank aussprechen und der Hoffnung nach einer nachhaltigen Zusammenarbeit bei den weiteren Projektvorhaben Ausdruck geben.
Pavel Doležal
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